Steuersenkung – und alles läuft rund?

Steuersenkung – und alles läuft rund?

Eine der Maßnahmen, die nach der Corona-Krise wieder die Kassen des Einzelhandels klingeln lassen sollen, steht kurz bevor: Die Mehrwertsteuer-Senkung. Für sechs Monate sackt das Finanzamt dann nur 16 Prozent statt der bislang veranschlagten 19 Prozent des Brutto-Verkaufspreises ein. Ob ich als Händlerin diese Senkung an meine Kund*innen weitergebe, bleibt mir selbst überlassen. Und wie immer will ich ehrlich zu Euch sein. Ich glaube nicht, dass die Leute in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit bedeutend mehr einkaufen, weil sie drei Prozent sparen. Insbesondere nicht bei einem relativ verzichtbaren Produkt wie Wolle. Und erst recht nicht so viel, dass es meine Umsatzausfälle von März bis Mai ausgleichen könnte. Ich werde wahnsinnig, wenn ich alle Preise in meinem Kassensystem jetzt entsprechend ändern sollte – und in sechs Monaten wieder zurück. Und wer mich kennt, weiß auch: Ich glaube sowieso nicht an das „Größer, schneller, weiter“, das anscheinend unsere gesamte Wirtschaft am Laufen hält und das auf so viele Arten falsch ist.

Wir sprechen von Centbeträgen!

Ich habe für einige meiner Produkte mal ausgerechnet, wie viel sie Euch kosten würden, wenn ich die drei Prozent Mehrwertsteuer-Senkung voll weitergeben würde.

  • Für Extrafine Merino 90, 120 und 150 wären es statt momentan 5,20€ noch 5,07€
    (= 14 Cent Ersparnis pro Knäuel)
  • Für Super Kid Silk wären es statt momentan 7,50€ noch 7,31€
    (=19 Cent Ersparnis pro Knäuel)
  • Für Sockwool und Classic Sock Yarn wären es statt momentan 3,90€ noch 3,80€
    (= 10 Cent Ersparnis pro Knäuel).

10, 14 oder 19 Cent pro Knäuel gespart. Oder anders gesprochen, bei einem Einkaufswert von 50€ wären es 1,26€ Ersparnis. Gibt das bei Euren Kaufentscheidungen, bezogen auf den Wolleinkauf tatsächlich den entscheidenden Ausschlag? Würdet ihr aufgrund solch kleiner Sparpotenziale gleich doppelt oder dreifach so viel kaufen? Ich denke nicht.

Versteht mich nicht falsch, bei notwendigen Gütern und vor allem bei Lebensmitteln, bei denen wir uns nicht aussuchen können, ob wir sie kaufen, können auch ein paar Prozentpunkte einen spürbaren Unterschied machen. Aber Handarbeits-Materialien sind schon lange keine Produkte des täglichen Bedarfs. Sie sind Luxus.

Was denn dann?

Ich habe mich gefragt, wie ich trotzdem etwas Einspar-Potenzial an meine Kund*innen weitergeben kann. Und wie ich meinen Absatz ein wenig ankurbeln kann. Denn wer hier mitliest, weiß, dass es für den Wollkaufladen nach Corona und während der Sommersaison alles andere als rosig aussieht. Wohlgemerkt bin ich keine Freundin von Schnäppchen im Sinne von unverschämt billigen Schleuderpreisen, die den Wert eines Produktes nicht mal im Geringsten mehr widerspiegeln. Deshalb sind die Produkte, die ich reduziert anbiete, meist etwa zehn Prozent billiger – mehr ist einfach nicht drin, wenn ich noch etwas verdienen möchte. Und das möchte ich, beziehungsweise ich muss es, denn ich und meine Familie leben nicht von Luft und Strickwaren alleine. Deshalb werden alle Preise im Laden gleich bleiben. Allerdings werde ich die eine oder andere Aktion anbieten. Los geht’s mit einer 10 Prozent-Party!

1 Tag, 10 Prozent, ganz viel Wolle

Die Spielregeln bei der 10-Prozent-Party sind einfach: 10 Knäuel von einer Qualität mitnehmen, nur 9 Knäuel bezahlen. Das entspricht zehn Prozent Rabatt. Die Farbwahl spielt dabei keine Rolle, es dürfen also auch zehn Knäuel in unterschiedlichen Farben sein. Bei den Merino, die es in drei unterschiedlichen Stärken gibt, darf gemischt werden, denn sie haben ja alle den gleichen Preis. Das Angebot gilt nur vor Ort (nicht im Online-Shop), nur am 10. Juli und nur für Ware, die im Laden verfügbar ist – also nicht für Bestellware. Bereits reduzierte Ware ist davon ausgenommen.

Der Gedanke dahinter: Ihr kauft mir viel ab und bekommt dafür viel Rabatt. Also statt dauerhaft 3 Prozent bis zum Jahresende gibt es zu dieser Gelegenheit einmalig 10 Prozent. Und ich habe idealerweise danach die finanzielle Möglichkeit, die Ware für die kommende Herbst-Wintersaison einzukaufen. Und das ist einfach wahnsinnig wichtig. Also, bis zum 10, Juli, ich freue mich auf Euch!

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