Die Sache mit den Tüten

Die Sache mit den Tüten

Manchmal habe ich das Gefühl, wer über Umwelt-Themen schreibt, wird schnell als hysterisch abgestempelt. Ich tue es trotzdem und verspreche vorab: Ich bleibe dabei ganz pragmatisch!

Ich verkaufe doch keinen Müll!

Also zur Sache! Dass Einweg-Einkaufstüten schlicht und ergreifend Müll sind, hat sich ja inzwischen herumgesprochen. Und auch ich habe mich bei den Planungen für den Wollkaufladen immer wieder gefragt: Macht es Sinn, dass ich Müll einkaufe (in Form von Tüten, die nach maximal dreimaliger Verwendung weggeschmissen werden), um diesen ganz dreist an meine Kundschaft weiterzuverkaufen? Denn ja, Einkaufstüten kosten Geld. Manche Händler nehmen daher berechtigterweise Geld für den Müll… ähm, die Tüten. Und die, die kein Geld dafür nehmen, rechnen die Kosten dafür in die Verkaufspreise ihrer Produkte ein. Also bezahlt man die Tüte als Kund*in auf jeden Fall mit. Ob es sich dabei um Papier- oder Plastiktüten handelt, macht keinen großen Unterschied, weggeschmissen werden beide nach einer kurzen Lebensdauer.

Bring Deinen eigenen Büddel mit!

Zum Glück hat sich inzwischen herumgesprochen, dass wiederverwendbare Behältnisse die einfachste Lösung der Müll-Einkaufstüten-Problematik sind. Die meisten Leute schaffen es, zum Einkaufen ihre eigenen Mehrweg-Tragehilfen mitzunehmen, sei es ein Korb, eine stabile PET-Tüte, ein Stoffbeutel oder ein Netz. Das ist großartig, weil es so einfach ist. Deshalb appelliere ich auch an meine Wollkaufladen-Kundschaft: Bringt Eure eigenen Büddel mit!

Was, Du hast keinen Büddel dabei?

Ja, ich weiß, manchmal vergisst man sein Tragebehältnis dann doch zu Hause. Kein Thema. Ich habe nämlich ziemlich praktische Wollkaufladen-Mehrweg-Falttaschen auf Lager. Die kannst Du ab jetzt überall mit hinnehmen und immer und immer wieder verwenden.

Die Taschen verkaufe ich zum Selbstkostenpreis. Das heißt: Ich verdiene daran keinen Cent! Fairer kann ich es nicht machen und damit will ich zeigen: Mir liegt wirklich was dran, dass es keine Wegwerf-Tüten mehr gibt. Wer auf Plastikverpackung partout nicht verzichten möchte, bekommt die Tüten, die ich sowieso wegschmeißen würde. Denn bei der Lieferung ist die Wolle leider meistens in Plastiktüten verpackt. Davon hebe ich ein paar auf, als Notfall-Verpackung. Schließlich kann man ja nicht die gute Wolle mit in den Jutebeutel legen, in dem schon frisch gekaufter Käse liegt, zumindest nicht ohne schützende Zwischenschicht. Das muss auch eine olle Öko-Tante wie ich einsehen.

Mach’s Dir selbst!

Noch besser ist es eigentlich nur noch, wenn wir Handarbeitsfans uns eigene Beutel nadeln. Eine Anleitung dafür gibt es zum Beispiel kostenlos bei der Initiative Handarbeit, sowohl gestrickt als auch gehäkelt. Und ein passendes Garn hab ich natürlich auch da. Oder macht es ultimativ nachhaltig und schaut erstmal durch Eure Restbestände!